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Auch wenn unsere Hunde im Laufe der Jahrhunde immer mehr degenerierten, sind ihnen ihr Instinkt und ihr genetisches Material erhalten geblieben. Ein Hund, der sich in  einer fremden Situation auf fremdem Territorium befindet, begibt sich laut seinen Instinkten in Gefahr. Er sucht Gebiete, in denen seine Grundressourcen befriedigt werden. Das bedeutet er sucht Nahrung, territoriale Sicherheit und eventuell soziale Strukturen zur Arterhaltung.

Er weiß nicht, ob dieses Gebiet in dem er sich befindet besetzt ist, bzw. hat anhand der Markierungen anderer Hunde feststellen müssen, dass er sich in fremdem Revier befindet. Er fühlt sich also in großer Gefahr! Sollte er in besetztem Gebiet sein, ist es möglich, dass seine Anwesenheit nicht erwünscht ist und man ihn vertreiben will. Alle Sinne sind in Alarmbereitschaft und dann bemerkt er, dass er nicht allein ist.

Er hört Schritte, Stimmen, die vielleicht sogar seinen Namen rufen. Womöglich sieht er sogar Menschen, die auf ihn zukommen und ihn greifen wollen. Für ihn ist diese Situation aber nicht die Erlösung, sondern er sieht sich dadurch angegriffen und flieht.

Er wird sich im schlimmsten Fall immer weiter zurückziehen. Dies kann durchaus auch dann passieren, wenn der eigene Besitzer seinen entlaufenen Hund sieht und ihn anspricht. Es hat nichts mit mangelnder Bindung zu tun, sondern ist ein ganz natürlicher instinktgesteuerter Notfallplan, der auch bis dato völlig unauffällige Hunde zur Flucht bewegt. Oftmals sieht man, das der entlaufene Hund sich immer wieder nähert und dann wieder wegläuft. Es ist ein regelrechter Zwiespalt zwischen Instinkten und Erinnerung. Der Name eines Hundes steht immer in Zusammenhang mit einer Erwartungshaltung wie: Sitz, Platz, komm usw. Diese Erwartung überfordert den sowieso schon gestressten Hund über Gebühr und kann ihn zur Flucht animieren. Das er uns Menschen früher bemerkt als wir ihn, braucht man nicht zu erwähnen. Die Theorie, dass ein Hund in den meisten Fällen an den Entlaufort zurückkehrt, teile ich nur bei wirklichen Streunern und Jägern. Angsthunde zeigen dieses Verhalten meiner Erfahrung nach in der Regel nicht und wenn doch, passiert es meist erst nach mehreren Tagen und man verliert kostbare Zeit.


 
Trieb- und Instinktverhalten.

Wie bereits erwähnt, befinden sich entlaufene Hunde in ein einem „Triebmodus“, d.h. sie verhalten sich -unabhängig von allem erlerntem oder geprägtem Verhalten- rein instinktiv. Trennt man einen 24 Stunden alten Welpen von seiner Mutter und setzt ihn auf eine glatte Fläche, so wird er versuchen in spiralförmigen Kreisen zu ihr zurückzufinden. Da er blind und taub ist, ist das seine einzige Chance, so schnell wie möglich seine Mutter zu erreichen. Würde er geradeaus kriechen, könnte die die falsche Richtung sein und er würde eventuell sterben. Mit den Spiralen deckt er einen größtmöglichen Raum ab.


Das gleiche Verhalten zeigt auch der erwachsene entlaufene Hund. Auch er muss schnellstmöglich seine Grundbedürfnisse wie Essen, Wasser und soziale Sicherheit finden und die Natur hat ihm dieses Instinktverhalten für solche Situationen eingeräumt. Dieses Verhalten zeigt sich bei allen Rassen unabhängig von Geburts- oder Umgebungsumständen.


Für uns bedeutet das, dass wir unter Umständen das Laufverhalten anhand vorheriger Sichtungen des Hundes vorhersehen und ihn im günstigsten Fall „überholen“ können (Etwas anderes ist übrigens bei dem unrühmlichen Ende des Braunbären Bruno auch nicht passiert. Der Jäger hat sich dieses Wissen zunutze gemacht und anhand des Laufbildes gewusst, wo der Bär als nächstes auftaucht) Ein Grund mehr, alle Sichtungen penibel mit Datum und Uhrzeit aufzulisten. "Google Maps" bietet hier die Gelegenheit, sich ein ( kostenloses ) Benutzerkonto einzurichten, auf dem eine lückenlose Aufzeichnung mit Kommentaren möglich ist.



Die beste Vorgehensweise ist natürlich die Prävention!
Man sollte immer damit rechnen, dass gerade neu ins Haus gekommene Hunde unter extremen Stress stehen können. Neue Umgebung, Menschen, Eindrücke, eventuelle schlimme Erlebnisse in der Vergangenheit oder einfach nur die Gunst der Stunde und schon ist es passiert.
Wir empfehlen daher, den Hund in den ersten Wochen, wenn nicht Monaten ausschliesslich doppelt gesichert UND mit Sicherheitsgeschirr auszuführen. Doppelt gesichert heisst zwei Leinen ... eine in den Händen und eine am Körper!
Vorsorglich empfehle ich neben der eigentlich selbstverständlichen Doppelsicherung ( natürlich nur, wenn der Hund es zulässt) eine Geruchskopie anzufertigen, um im Falle eines nie auszuschließenden Verlustes einen brauchbaren Geruchsträger für einen eventuell nötigen Suchhund zu haben..
Einfach den Hund ein paar Minuten mit einer neuen! Kompresse abreiben ( gerne auch im Mund- Genital- und Analbereich ) und diese in einen Gefrierbeutel eintüten. Ausserdem bitte die ungefähre Höhe und das Gewicht messen und vermerken, ein aktuelles Foto des Hundes speichern.

Das mäg übertrieben oder gar albern klingen, aber die Fotos und die Angaben aus dem Tierheim oder dem Herkunftsland sind leider oftmals falsch! Ausserdem ist es kontraproduktiv und frustrierend, wenn man eine zu kleine Falle im Auto hat oder das angegebene Gewicht so gar nicht der Realität entspricht, da das Narkosemittel z.B. gewichtsabhängig dosiert werden muss.
Wenn man den Hund also nie live gesehen hat und eine völlig falsche Angabe bekommt, gefährdet man die Aktion oder sogar im umgekehrten Fall das Leben des Hundes.